| Am 28. 6. 03 fand an der Hamburger Jugendmusikschule zum zweiten Mal ein Wettbewerb der besonderen Art statt.
Am Anfang stand die Einsicht, wie wichtig und wertvoll ein Wettbewerb für Motivation und musikalische Entwicklung von
Schülern ist. Wir wollten die künstlerische Präsentation trainieren lassen aber auch den spielerischen Umgang mit Musik fördern. Wir wollten den Wettbewerb dazu nutzen, im Unterricht auch auf unbeliebte Dinge wie Technik fokussieren zu können - auf den Wettbewerb hin, aber kreativ und sportiv. Wir wollten Themen wie Improvisation oder Liedbegleitung, die für Jugendliche oftmals integraler Bestandteil des musikalischen Selbstverständnisses sind, zum Gegenstand des Wettbewerbs machen - also auch sehr unterschiedlichen musikalischen Persönlichkeiten die Chance geben, ihre spezifischen Stärken zu zeigen. |
Vor allem aber sollte die Veranstaltung an sich für die Jugendlichen ein Erlebnis - ein Tag mit Gitarre sein.
Sie sollten andere junge Gitarristen kennen lernen und sich
genauso wie als Einzel-Spieler auch als Teil eines Teams empfinden lernen - bei allem wünschens- und fördernswertem
Ehrgeiz auch die Erfahrung des "nur gemeinsam sind wir stark" machen. Vorbild war für uns das Konzept der Bundesjugendspiele - die Idee an einem Tag in verschiedenen Disziplinen Punkte zu sammeln. Wir entwickelten einen Parcours mit sechs verschiedenen Stationen, in denen unterschiedliche musikalische Fähigkeiten abgefragt werden sollten. Im Konzertsaal wurden zwei Stücke eigener Wahl präsentiert, im Raum "Lagerfeuer" eine vorbereitete Liedbegleitung, im "Fitnessraum" vorbereitete Arpeggien und Tonleitern. Der "Freiraum" stand im Zeichen von Experimenten mit Gruppenimprovisation, in der "Groove-station" wurde die Gitarre als Perkussion-Instrument benutzt, und in der "Werkstatt" galt es, nach Stoppuhr eine Saite aufzuziehen und zu stimmen sowie Höraufgaben zu lösen. Zielgruppe waren Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren. Die 65 Teilnehmer durchliefen den Parcours in Kleingruppen. Gewertet wurde ähnlich wie bei Jugend musiziert in vier Altersgruppen. In den unterschiedlichen Räumen lösten sich Gruppen- und Einzelwertungen, vorbereitete und Stegreif-Aufgaben ab. Pro Raum stand etwa eine halbe Stunde zur Verfügung, sodass jede Teilnehmergruppe etwa drei Stunden am Stück beschäftigt war, die Aufgaben zu lösen. |
Als Sponsoren konnten die vier Hamburger Musikalienhandlungen George Music Shop, Musikhaus Trekel,
Musik von Merkl sowie das Schalloch gewonnen werden, die die Preise stifteten und wie
Musik von Merkl mit einem Stand auf der Veranstaltung präsent waren. Das Schalloch hat sich zudem dankenswerter Weise an der Ausstattung und Betreuung eines Wettspielraumes - der Werkstatt - beteiligt. Jetzt, nachdem die Wettspiele zum zweiten Mal stattfanden, lässt sich ein erstes Fazit ziehen: wir waren beeindruckt, wie motiviert und konzentriert sich die Schüler auf die unterschiedlichen Disziplinen vorbereitet haben. Die große Zahl an begeisterten "Wiederholungstätern" zeigt zudem, dass das komplexe Anforderungsprofil nicht als Überforderung wahrgenommen wird. Was den Tag an sich betrifft, zeigen die positiven Reaktionen von Schülern, dass die Kombination von miteinander konkurrieren - einander zuhören - miteinander spielen und musizieren bei den Wettspielen eine sehr sinnstiftende und erlebnisintensive Erfahrung ist Schließlich war für uns die überaus positive Reaktion der Mitstreiter in den jeweiligen Jurys sehr erfreulich, denn letztendlich steht und fällt ein solches Projekt mit der Begeisterung und dem Engagement einer Vielzahl von Kollegen denen wir hiermit herzlich danken. Jochen Buschmann |